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Wildpflaume 2017

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Pflaume ist nicht gleich Pflaume ...

Nicht allein, weil heute weltweit mehr als 2000 Kultursorten existieren, sondern weil die außerordentlich weit verzweigte Gehölzfamilie der Pflaumenartigen (Prunus) zudem noch ganze Sippen von „wilden“ und „halb-wilden“ Pflaumentypen, von Primitiv- und Urpflaumen sowie alten Landrassen umfasst. Ihre exakte botanische Abgrenzung bereitet selbst Experten Schwierigkeiten, und eine schier unüberschaubare Vielzahl meist regional geprägter Volksnamen macht die Verwandt-schaftsbeziehungen innerhalb der Unterarten noch verwirrender. Benennungen wie Krieche, Kriecherl, Krete, Kreeke, Spille, Spilling, Spänling, Zibarte oder Schlehflaume müssen in Schwaben durchaus nicht dasselbe meinen wie in Sachsen.

Der Ursprung der Wildpflaumen wird in prähistorischer Zeit in Vorderasien vermutet. Die Mehrzahl der heute nachweisbaren mannigfaltigen Varietäten entstammt natürlichen Zufallskreuzungen zwischen verschiedenen Pflaumen-Spezies wie Kirschpflaume (Prunus cerasifera) und Schlehdorn (Prunus spinosa), worauf auch die oft festzustellende Bedornung der wilden bzw. verwilderten Formen verweist. Die Büsche oder kleinen Bäume sind raschwüchsig, robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Ihre üppige frühe Blüte liefert eine ausgezeichnete Bienenweide. Die rundlich-kugeligen, kompakten, zumeist nicht steinlösenden Früchte fallen im Vergleich zu den Edelpflaumen-Sorten kleiner aus, das verblüffend „bunte“ Farbspektrum reicht von gelb über grünlich, pink und violett bis zu blauschwarz. Ebenso vielfältig ist auch der Geschmack, der je nach Varietät süßlich-fade (wie einige Kirschpflaumen) oder aromatisch (wie viele echte Spillinge und Haferpflaumen), ja geradezu würzig (wie etwa Zibarten und Renekloden) ausfallen kann. Der hohe Öchsle-Gehalt macht die Wildpflaumen besonders als Brennfrüchte interessant, jedoch lassen sich daraus auch charaktervolle Fruchtaufstriche herstellen. Einzeln oder als Hecken an Feldrainen, Waldrändern oder in der Nähe alter Gehöfte anzutreffen, beleben sie unbestritten in ganz eigener Weise den ländlichen Kulturraum, können dank ihrer Robustheit jedoch ebenso Stadtlandschaften artenreicher gestalten.





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