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Scheinquitte 2020

Scheinquitte
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Scheinquitte

Was Scheinquitte und Kartoffel gemein haben …

… ist eigentlich nur, dass beide in Europa zunächst als Ziergewächse kultiviert wurden, die aus China und Japan stammende Scheinquitte seit ungefähr 1880. Und tatsächlich wartet die im Volksmund auch Wilde Quitte oder Buschquitte genannte Gattung Chaenomeles mit einer Vielzahl spektakulärer Blütenfarben von reinweiß über gelb-grün, pink, leuchtend orange bis tief samtrot auf, weshalb man die eine oder andere der über 100 bekannten Sorten und Auslesen dieses genügsamen, winterharten, bis ungefähr 1,5 m hohen Kleinstrauchs in fast jedem Garten ebenso wie in zahllosen städtischen Grünanlagen findet. Die kleinen Äpfeln ähnelnden rundlichen, mitunter auch walzenförmigen gelben Früchte, oft grünlich oder rötlich überhaucht, sind ebenfalls sehr attraktiv, zumal sie außerordentlich angenehm duften und im Winter lange an den blattlosen Zweigen haften. Mitte bis Ende September gepflückte Scheinquitten können bei kühler Lagerung ohne nennenswerte Verluste ihrer wertvollen Inhaltsstoffe – bis zu 300 mg/100 g Vitamin C – mindestens zwei Monate aufbewahrt werden. Doch dass sämtliche Scheinquitten genießbar sind – allerdings nicht roh! – und sich pur oder in Fruchtmischungen zu wohlschmeckendem Most, Sirup, Gelee oder Mus verarbeiten lassen, muss sich hierzulande selbst bei Wildobst-Liebhabern erst noch herumsprechen. Im Baltikum dagegen werden speziell für die Früchteverwertung entwickelte Sorten wie ‚Cido‘ oder ‚Cido Red‘ bereits plantagenmäßig für die industrielle Verwertung als Zitronenersatz angebaut. Auch für den Gärtner höchst interessante intensive Züchtungsbemühungen in Osteuropa zielen auf höher wachsende, aufrechtere Sträucher ab, deren Früchte nicht mehr durch Bodenkontakt geschädigt werden und sich leichter von den holzigen Zweigen lösen.
Die Scheinquitte ist damit zweifellos eine der perspektivreichen Wildobstarten, eine echte „Frucht der Zukunft“ selbst für urbane Pflanzsituationen.
Und zu guter Letzt: Was hat die Scheinquitte denn nun mit ihrer „Namensgeberin“, der Gartenquitte (Cydonia oblonga), gemein? Nicht mehr als die Zugehörigkeit zu den Kernobstgewächsen, die gelbe Fruchtfarbe und das roh sehr harte, saftarme Fruchtfleisch.
Hannelore Umbreit

Informationen: www.wilde-leipziger.eu





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